Digitalisierung in Schulen: noch ein langer Weg

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Um unsere nächste Generation auf die Herausforderungen von morgen vorzubereiten, reicht Technik von vorgestern schon lange nicht mehr. Die Welt und die Schüler selbst laufen unserem Schulsystem in Sachen Technologie davon. Es wird Zeit, gegenzusteuern.

Erfahrene Professionals, die in oder zumindest nahe an der IT-Welt ihre Brötchen verdienen und Kids, die heute in die Volksschule gehen, haben etwas entscheidendes miteinander gemein: die enge Vertrautheit mit smarten Devices, fortschrittlichen Software- und KI-Lösungen sowie dem Konzept der ständigen digitalen Verbindung mit unserer Umwelt. Und dabei mag es für uns, die wir kaum aus unserer Hightech-Blase raus kommen, schwer vorstellbar sein, doch das hebt uns von einem Großteil der restlichen Menschheit ab. Während wir über die Möglichkeiten von 5G schwelgen, wie selbstverständlich mit Sprachsteurerung das Licht im Wohnzimmer dimmen und mühelos mit Convertibles, Apps und Cloud-Storages hantieren, sieht die Realität in vielen anderen Bereichen unserer Welt ganz anders aus. So gibt es auch in Österreichs Schulen Nachholbedarf.

Wie eine Bertelsmann-Studie zur digitalen Bildung 2017 herausgefunden hat, setzen erst knapp 10 Prozent der Lehrer im deutschsprachigen Raum im Unterricht digitale Medien ein, die – Zitat – “kreatives, individuelles oder interaktives Lernen fördern“. Gleichzeitig fanden wir in einer eigenen Studie, die wie gemeinsam mit Microsoft durchgeführt haben, heraus, dass 44 Prozent aller Lehrkräfte sich eine bessere IT-Ausstattung wünschen würden. Ganze 73 Prozent erläutern, dass das Fehlen eben jener die größte Hürde für den Einsatz neuer, digitaler Medien im Unterricht darstellt.

Das ist aus mehreren Gründen besorgniserregend. Nicht nur ist es freilich schwer, junge Menschen, für die Smartphones zum Dreh- und Angelpunkt ihres Soziallebens geworden sind und die unmittelbare, digitale Kommunikation gewohnt sind, mit Overhead-Projektoren und Heften zu begeistern und zu motivieren. Vor allem aber ist das Zurückfallen des Bildungssystems hinter den technologischen Fortschritt deswegen gefährlich, weil es ja eigentlich die Schule sein sollte, die unsere nächste Generation auf die Arbeitswelt von morgen vorbereitet. Und die, soviel können wir in unserer IT-Blase mit Sicherheit sagen, ist voller neuer Herausforderungen, die auch eine neue Art von Arbeiten mit sich bringen wird. Mehr noch: Nach aktuellen Schätzungen sind 85 Prozent aller Jobs im Jahre 2030 – also circa zu der Zeit, zu der ein junger Mensch der heute eingeschult wird, in den Arbeitsmarkt startet – heute noch gar nicht erfunden.

Laut einem aktuellen Artikel in der Harvard Business Review muss die nächste Generation noch mehr als heute in Teams arbeiten und zunehmend Lösungen sowie Komponenten anderer Teams in ihre eigene Arbeit integrieren. Um dies nahtlos zu erreichen, benötigen sie eine Reihe von Soft Skills, die von Kreativität und Anpassungsfähigkeit bis hin zu zwischenmenschlichen Fähigkeiten reichen. Zukünftige Technologien mit immer neuen Möglichkeiten werden unserer Jugend auch schwierige Entscheidungen abverlangen, wie weit sie in Hinblick auf ethische Grenzen gehen können und sollten. Eine starke ethische Grundlage gepaart mit einem verbesserten technologischen Verständnis wird daher noch mehr von entscheidender Bedeutung sein.

Um den Schülern die richtigen Hard Skills zu vermitteln und sie zu ermutigen, sich in einer Technologie-intensiven Welt wohl zu fühlen, müssen Schulen die ohnehin schon früh mit den entsprechenden Technologien konfrontierten Schüler von klein auf in ein breites Spektrum von Informatikbereichen eintauchen und mit neuen Technologien experimentieren und arbeiten lassen – von der Robotik über Computermathematik wie Statistik, Wahrscheinlichkeit und Logik bis hin zu Virtual Reality und Co..

Am Weg dorthin sind mehrere Schritte unabdingbar:

  • Technische Voraussetzungen müssen erfüllt sein: Whiteboards und Tablets, aber auch WLAN (aktuell nur bei 50% der Schulen verfügbar!) und selbstverständlich ein hohes Sicherheitsniveau müssen zur Selbstverständlichkeit werden.
  • Neue Lehrkonzepte müssen her: Analoge gegen digitale Tools tauschen reicht nicht. Neue Formen des Unterrichts rund um interaktives, individualisiertes aber auch kooperatives Lernen müssen her
  • Neue Rollenbilder sind nötig: Dass ein motivierter Lehrer sich in der Freizeit um die Schul-IT kümmert, wird es nicht mehr spielen. So wie die Lehrer selbst neue Skills brauchen, müssen auch neue Rollen definiert und IT-Strukturen professionalisiert werden.

Auch Österreichs Bundesregierung hat diese Punkte bereits auf ihre Agenda genommen. Als Teil der Digitalisierungsstrategie selbiger wurde erst im September der “Masterplan Digitalisierungfür das Bildungswesen beschlossen. Er soll bis zum Sommersemester 2019 fertig sein und bisherigen Einzelinitiativen vorausdenkender Schulen einen Rahmen geben. Dessen Kernpunkte: moderne Lehrpläne und Unterrichtsmaterialien, eine bessere Infrastruktur wie schnelles Internet an allen Schulen sowie eine verstärkte Aus- und Weiterbildung der Lehrer … Schritte in die richtige Richtung.

Sofern Sie bis dahin mehr zu dem Thema erfahren möchten – bzw. zu den Möglichkeiten, die es für Schulen heute schon mit Hard- und Software-Lösungen von Dell EMC gibt – legen wir ihnen gerne die Seite DIGITALE TRANSFORMATION IN DER SCHULE ans Herz. Viel Spaß beim Stöbern und Staunen.

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