Digital macht Schule

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Dr. Anita Stangl entwickelt seit 2006 digitale Inhalte für den Schulunterricht. Ihr Unternehmen MedienLB ist heute der größte Anbieter für digitale Lehrmaterialien in Deutschland. Die examierte Grundschullehrerin und ihr Team konnten für ihre Lernformate und Eigenproduktionen schon viele Preise abräumen.

Was macht eigentlicht ein gutes, digitales Schulbuch aus? Und: Haben die großen Schulbuch-Verlage denn nicht längst gute Angebote in diesem Bereich in petto?

Dr. Anita Stangl

Tatsächlich haben die klassischen, großen Print-Verlage ihr Portfolio um digitale Ausgaben erweitert. Allerdings erfüllen diese nicht einmal annähernd den Anspruch den Anita Stangl an digitale Schulbücher stellt. „Das sind pdfs von einem Schulbuch“, erklärt sie. Damit ein digitales Schulbuch sein Potenzial entfalten kann und für Kinder und Jugendliche einen Mehrwert bietet, sind für Anita Stangl audiovisuelle Inhalte in den Büchern wie Filme, Grafiken und Animationen von entscheidender Bedeutung. Auch interaktive Aufgaben gehören dazu. Lernen soll schließlich Spaß machen.

Lieber Sitzenbleiben – oder bei den Klassenbesten in Europa abgucken?

In der aktuellen Zeit ändern sich die Bedarfe in den Bildungsanstalten radikal. Aus dem Zwang heraus, neue Wege zu finden, Unterricht auch ortsunabhängig – außerhalb des Klassenzimmers –  zu ermöglichen, sind viele Entscheider in Bund und Ländern unsanft aus ihrem Dornröschen-Schlaf gerissen worden. Andere Staaten machen es längst vor: Estland und Norwegen sind in Punkto Digitalisierung der Bildung beispielsweise meilenweit voraus. Deshalb ist das Feedback aus den anderen Ländern häufig Entsetzen, sagt Anita Stangl.Sogar ihr digitales Schulbuch musste für das Genehmigungs-Verfahren drei Mal ausgedruckt werden. Absurd, da sich interaktive und bewegte Inhalte nicht auf ein DIN A-4 Papier drucken lassen. Das Nicht-Vorhandensein von digitalen Lehrmaterialien und Plattformen mündet vielfach in verschwendeter Zeit, die Schülern für ihre Bildung verloren geht, resümiert sie.

Ohne das Dazu-Lernen der Lehrer, keine digitale Lehre

Was braucht es eigentlich, um gute digitale Lehre zu gestalten? Auch hier gibt es viel Luft nach oben. Dr. Anita Stangl findet: Lehramt-Studenten sollten vom ersten Tag lang mit digitalen Medien arbeite und auch selbst Medien produzieren. „Es gibt bereits Fortbildungseinrichtungen in jedem Bundesland– das ist schon Thema, aber nicht verpflichtend“. Um die Medienkompetenz zu fördern und auf einen akzeptablen Stand zu bringen, gehöre das jede Woche auf den Stundenplan, findet sie.

Wie würden Schulen aussehen, wenn wir den „Reset“-Knopf drücken?

Bis 2040 wird sich im Schulbetrieb Vieles verändert haben. Da ist sich Anita Stangl sicher. Bis dahin findet kein Unterricht mehr im 45 Minuten Modus mehr statt. Auch die Fächer als solches werden sich ändern: „Was heute passiert ist rein wissensbasiert. Um Schüler auf das Berufsleben in der Zukunft vorzubereiten, ist alles was Roboter schon heute können, nichts mehr, dass Lehrer unterrichten müssen. Das geht Eltern, Schüler, Politiker etwas an: Die Schule der Zukunft stellt sich Anita Stangl offener vor – mit einer Mitwirkung von Vereinen, den Eltern und Museen. Schule könnte sich dann viel mehr an dem orientieren, was draußen passiert. Darüber hinaus hofft sie in der Zukunft auf: entspannteres, interaktiveres Lernen in kleineren Arbeitsgruppen und deutlich mehr Projektarbeit.

In der Podcast-Reihe Road to 2030 begleitete uns Dr. Anita Stangl auf einer Etappe in Richtung Zukunft. Sie diskutierte mit Moderator Benjamin Krebs und Sidekick Roland Schäffer über die Digitalisierung der Schulen und digitale Schulbücher.

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