Ein klares Jein zur Zukunft

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Dass Menschen Maschinen benutzen ist nun wirklich nichts Neues. Schon die Pyramiden wurden mit Hilfe von Maschinen erbaut, 4500 Jahre ist das her, und Flugzeuge, Schaufelbagger und Nähmaschinen gibt es auch nicht erst seit gestern. Entsprechende „Beziehungen“ zu ihren Maschinen hatten die Menschen notwendigerweise auch schon immer: man hätte sie sonst nicht bedienen können.

Jetzt aber kommen Maschinen auf, die durchaus etwas Neues ins Spiel bringen und die damit auch das Verhältnis von Mensch und Maschine neu gestalten: Die Maschinen sind intelligent geworden. Jenseits der philosophischen Frage, was Intelligenz denn nun eigentlich sei – wobei sich die Experten über die richtige Antwort noch immer nicht einig werden konnten – sehen wir, dass die Maschinen mittlerweile sehr komplexe Aufgaben übernehmen – Arbeiten, bei denen wir uns bis vor kurzem sehr sicher waren, dass sie nur von Menschen ausgeführt werden können. Ich meine, Autos, die sich selbstständig durch den Straßenverkehr bewegen, Software, die medizinische Diagnosen erstellt oder juristische Verträge ausarbeitet, das sind schon Ansagen von einigem Gewicht. Wir werden, soviel scheint klar zu sein, Maschinen künftig nicht mehr nur bedienen, sondern mit ihnen zusammenarbeiten – ein fundamentaler Unterschied.

Wir wollten genauer wissen, wie es um diese neue Zusammenarbeit von Mensch und Maschine steht, und wie es damit weitergehen könnte. Daher hat Dell Technologies eine internationale Studie unter 3.800 Führungskräften in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse nun vorliegen. Die Zahlen bestätigen zunächst die Annahmen: 82% der Führungskräfte erwarten, dass Menschen und Maschinen bereits in fünf Jahren als „integrierte Teams“ innerhalb ihrer Unternehmen kooperieren werden.

Überraschen konnte das nicht; wer täglich mit der Digitalisierung und mit dem Einsatz neuer Technologien zu tun hat, weiß um deren Möglichkeiten. Überraschend war an der genannten Studie etwas anderes: Wie weit die Befragen in ihren Einschätzung über die Folgen dieser Umwälzung auseinander lagen. Hier ergab sich nämlich ein sehr eigenartiges Bild: Bei der Mehrzahl der Fragen antwortete jeweils ungefähr die Hälfte mit Ja beziehungsweise Nein, so dass man von zwei regelrechten „Lagern“ sprechen kann.

Egal, um welche Frage es ging: ob automatisierte Systeme mehr freie Zeit schaffen, die Arbeitszufriedenheit durch Auslagerung unliebsamer Aufgaben an Maschinen steigt, die Produktivität wächst oder wie sich neue Technologien auf die Arbeitsteilung auswirken – die befragten Führungskräfte waren auf ganzer Linie unentschieden und bildeten stets zwei konträre Fraktionen. Es gab also keine eindeutige Einschätzung, wie die künftige Zusammenarbeit von Mensch und Maschinen aussehen könnte.

Steuern wir also mit vollen Segeln in eine ungewisse Zukunft? Dass Menschen eng mit Maschinen zusammenarbeiten werden, ist unstrittig – aber lassen wir uns dabei auf ein Spiel mit ungewissem Ausgang ein, wenn selbst Führungskräfte aus Schlüsselbranchen hierzu keine klare Meinung haben? Ich denke nicht, denn darin liegt auch eine Chance. Die Chance, die bevorstehenden Umwälzungen aktiv zu gestalten und sie für uns alle zu einem Gewinn zu machen, indem wir Maschinen dort einsetzen, wo sie den Menschen sinnvoll unterstützen, und wo sie – wie eingangs schon beschrieben – Aufgaben übernehmen, die nicht (oder nicht mehr) notwendigerweise von Menschen ausgeführt werden müssen. Das schließt ein, dass sich in Zukunft viele Berufsbilder deutlich verändern werden, auch solche, von denen wir es bisher nicht erwartet hätten. Darauf müssen wir natürlich auch unser Bildungswesen abstimmen. Ich halte Bildung für den Schlüssel zu einer erfolgreichen Zukunft. Wenn neue Berufsbilder entstehen, muss es auch Menschen geben, die sie mit Wissen, Erfahrung und mit Begeisterung ausfüllen.

Wie und wo genau die große Disruption der Arbeitswelt ansetzt, lässt sich heute noch nicht sicher sagen. Aber wir selbst haben es in der Hand dafür zu sorgen, dass sich der technologische Fortschritt positiv auf unsere Arbeitswelt, unseren Alltag und unser aller Leben auswirkt.

 

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