KI oder not KI: Das ist nicht die Frage

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Aktuell gibt es keine Technologie die gleichzeitig so überschätzt und so unterschätzt wird wie KI, findet Dr. Peter Gentsch. Er erlebt auf der einen Seite eine Phantasielosigkeit, die dafür sorgt, dass viele Menschen gar nicht wissen, was sie mit Künstlicher Intelligenz anfangen können und auf der anderen Seite Menschen, die Künstlichen Intelligenzen die unglaublichsten Fähigkeiten zuschreiben à la Hollywood und Science Fiction.

Wo stehen wir heute?

Prof. Dr. Peter Gentsch

Dr. Peter Gentsch ist sich sicher: Noch sind wir weit entfernt von der „Super Intelligence“. KI-Systeme heutzutage handeln nicht autonom. Sie verfügen weder über ein Bewusstsein noch haben sie eine  Motivation, die Welt zu verändern. Hier sitzt der Mensch noch immer fest im „Drivers Seat“. Die Leistungen von Künstlicher Intelligenz haben trotzdem auch jetzt schon das Zeug dazu, zu verblüffen. So wurde beispielsweise der Weltmeister im Spiel Go von einer programmierten KI von seinem Thron gestoßen. Ein Spiel, das Kreativität und strategisches Denken erfordert. Gleichzeitig wird aber auch hier die Limitation der KI offenbar: Die Künstliche Intelligenz ist weit entfernt davon eine „universelle Intelligenz“ zu sein. KI-Systeme heute operieren mit großer Leistung in vorher definierten, konkreten Einsatzzwecken. Die Steigerung dessen sind Systeme, die gelernt haben zu lernen und sich proaktiv sich Dinge und Zusammenhänge zu erschließen. An dieser „Intelligence Explosion“ arbeiten Forscher weltweit mit Hochdruck. So werden künftig mehr und mehr KI-Systeme eigene Systeme entwickeln und ihren Fortschritt selbst erschaffen.

Schon heute steckt KI in vielen Anwendungen ganz selbstverständlich mit drin. Dessen sind sich viele Menschen im Alltag gar nicht bewusst. Beispiele: Jeder, der googled erhält andere Ergebnisse, Uber liefert in Echtzeit Informationen zum Standort seiner Fahrzeuge, Tinder schlägt passende Dating Partner vor. In allen diesen Beispielen stecken KI Systeme. Sie regeln als Blackbox viele Bereiche unseres Lebens. Wir finden uns wieder in einer Art Wettrennen: Menschen versuchen, Maschinen mit der Hilfe von Daten Dinge beizubringen, die Menschen bislang noch besser können.

Um als Unternehmen in Zukunft die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz nutzen zu können, müssen sie Strategien entwickeln, um mit der immer größer werdenen Menge an Daten, umgehen zu können. “Es klingt banal – aber KI funktioniert nur mit Daten.“, fasst Prof. Gentsch zusammen. In einer vernetzten Welt brauchen intelligente Systeme Daten als Input – nur wenn die Daten-Basis vorhanden ist, können Systeme Rückschlüsse ziehen und klug agieren. Die Potenziale, die eine Daten-Strategie und eine gute Infrastruktur hier bieten, sind enorm. Künstliche Intelligenz im Unternehmenseinsatz ermöglicht neue Geschäftsmodelle. Und: Nicht nur große Konzerne sind in der Lage hiervon zu profitieren. Auch Hidden Champions halten hier viele Trümpfe in der Hand.

Herzlich Willkommen auf der Road to 2030:
Im Rahmen der Podcast-Reihe „Road to 2030“ führte Gastgeber Stefan Schmugge einen spannenden Technologie-Dialog mit Big-Data und KI-Experte Prof. Dr. Peter Gentsch.

Hier die Folge anhören!

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