Technologien, Globalisierung und Disruptoren gestalten die hyperdigitalisierte Gesellschaft

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Noch nie in der Wirtschaftsgeschichte wurden Märkte so schnell umgewälzt wie jetzt.

Grund dafür sind drei Faktoren, die wir – einzeln betrachtet – gut kennen. Aber erst ihr Zusammenwirken hat für die hohe Geschwindigkeit der Umwälzungen gesorgt, wie wir sie aktuell erleben. Fehlt eine der Komponenten, verebbt die Dynamik. Ich spreche von den Faktoren Technologien, Globalisierung und Disruptoren.

In immer kürzeren Abständen entstehen derzeit neue Methoden und Technologien. Das Internet der Dinge beispielsweise bewegt sich entlang einer anspruchsvollen Roadmap: Sie bildet die Grundlage für Smart Cities oder die Fabrik der Zukunft. Künstliche Intelligenz wird stets performanter, auch wenn sie sich immer noch in den Kinderschuhen befindet und für manchen Schmunzler sorgt. Schon heute wird sie jedenfalls erfolgreich eingesetzt: Für Siri und Alexa, die Krebsdiagnose oder empathische Chatbots. Der Quantencomputer, der gerade viel Staub aufgewirbelt hat, steht sozusagen vor der Tür und wird die IT, wie wir sie heute kennen, vollständig revolutionieren. 5G, der neue Standard für Mobilfunk, wird die grundlegende Technologie für alle anderen Entwicklungen sein, vor allem wegen seiner geringen Latenz. Die Fusion all dieser Entwicklungen wird weitere Innovationen ermöglichen, etwa autonomes Fahren oder intelligente Landwirtschaft.

Ein fundamentaler Nährboden für die technologische Entwicklung ist, zweitens, die Globalisierung: Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus allen Teilen der Welt kooperieren immer enger und teilen ihr Wissen. Innerhalb einzelner Organisationen arbeiten mehr Menschen mit unterschiedlichem, auch kulturellem Hintergrund zusammen. Diese Diversität führt zu beachtlichen Kreativitätsschüben. Parallel dazu machen neue Produktgattungen wie das Smartphone den globalen Absatz von Apps, Produkten und Dienstleistungen zum Kinderspiel. So brechen Marktgrenzen auf: Anbieter kommen nicht mehr nur aus Augsburg oder Bottrop, sondern aus Rio und Bangalore. Auch Start-ups ohne nennenswertes Kapital sind so in der Lage, ihre Innovationen dem Weltmarkt zur Verfügung zu stellen.

Start-ups sind ein wesentlicher Bestandteil des dritten Bereichs, der dazu beiträgt, die Märkte zu verändern: Disruptoren. Zunehmend krempeln neu gegründete, aber auch branchenfremde Unternehmen mit großer Kreativität und Perseveranz eingesessene Industrien um. So hat Amazon die Spielregeln im Einzelhandel aus dem Nichts verändert; Fintech-Start-ups bedrohen die Bankenlandschaft mit neuen Services; Facebook will die digitale Internetwährung Libra einführen; Google und die Schwestergesellschaft Waymo sind Vorreiter beim fahrerlosen Auto. Und das sind nur ein paar Beispiele.

Diese Faktoren – Technologien und Methoden, Globalisierung, Disruptoren – mögen, einzeln betrachtet, altbekannt sein, in ihrem Zusammenwirken aber gestalten sie die Gesellschaft der Zukunft: eine hyperdigitalisierte Gesellschaft, in der IT eine essenzielle Rolle spielt und in der natürlich auch die Arbeitswelt anders aussehen wird. Schon in wenigen Jahren wird etwa die enge Partnerschaft von Mensch und Maschine Realität werden und beispielsweise dafür sorgen, dass Mitarbeiter auf eine völlig neue, immersive Weise zusammenarbeiten oder dass durch die Beseitigung menschlicher Vorurteile mehr Chancengleichheit im Beruf entsteht.

Tatsache ist: Bei jeder ökonomischen Umwälzung sind ganze Berufe verschwunden, so dass ich erwarte, dass durch den Einsatz von Automation und KI komplette Berufszweige wegfallen werden. Tatsache ist aber auch, dass neue Berufe den Schwund an Arbeitsplätzen immer wieder ausgeglichen haben. Und ich bin mir sicher, dass auch bei dieser Transformation neue Formen des Wirtschaftens und Arbeitens entstehen, die für Wohlstand sorgen werden.

Doch auf dem Weg in diese Zukunftsgesellschaft gilt es noch weitere ernsthafte Herausforderungen zu bewältigen, die rapide wachsende Bevölkerung etwa, die Verknappung der Rohstoffe und den Wandel des Klimas. Hinzu kommt eine IT-inhärente Challenge, nämlich die wachsende Angriffsfläche für Cyber-Attacken. Hyperdigitalisiert heißt für eine Gesellschaft eben auch hyperangreifbar. Und das betrifft nicht nur Produktionsstraßen und Serverlandschaften, sondern auch den einzelnen Bürger: Wird er zum gläsernen Bürger? Technologie macht es jedenfalls schon heute möglich. Die DSGVO schiebt dem zwar einen Riegel vor – doch damit Daten-Privatsphäre und informationelle Selbstbestimmung auch in Zukunft Bestand haben, müssen wir aber diesbezüglich massiv umdenken. Denn die Gier von Unternehmen und Staaten nach unseren Daten wird nicht weniger – und sie haben starke Technologie-Verbündete: KI zum Beispiel.

Change Management ist der Schlüssel zum Erfolg

Angesichts dieser vielschichtigen Komplexität wird Erfolg zukünftig maßgeblich abhängig sein vom Willen zur Transformation: zur digitalen Transformation natürlich, aber auch zur persönlichen, ökonomischen und politischen Transformation. Wenn wir etwa über die Smart Cities der Zukunft sprechen, sprechen wir automatisch auch vom Smart Citizen und Smart Government. Aber auch Unternehmen müssen lernen, smart zu denken – vor allem die ehemaligen Platzhirsche, die oft vom schnellen Wandel der Märkte überfordert scheinen. Sie haben keine andere Wahl als alles in Frage zu stellen, was sie in der Vergangenheit für gut befunden haben, und sich schon heute neu zu erfinden, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Change Management ist der Schlüssel für den Erfolg in der hyperdigitalisierten Gesellschaft.

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