Vorbereitungen für In Place-Upgrade mit Windows 10 – Teil 2

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Dies ist Teil zwei der Artikelreihe zum Thema Vorbereitungen für „In Place-Upgrade mit Windows 10“. In meinem ersten Artikel ging es um Tipps und Werkzeuge. In diesem Artikel kümmern wir uns um die weiteren Schritte.

In Place-Upgrade mit Windows 10: Vorbereitungen auf den Clients

Wenn die Untersuchungen abgeschlossen sind, und klar ist, was tun ist, kann es los gehen. Wir empfehlen immer alle vorgesehenen Schritte vor dem In Place-Upgrade durchzuführen. Hier ein paar Beispiele dieser Schritte:

Treiber Updates für inkompatible Treiber

Dieser Schritt ist nur notwendig, wenn im Image des In Place-Upgrades kein aktualisierter Treiber enthalten ist. Alternativ können die Treiber auch in das Image eingefügt werden.

Software Updates für inkompatible Software

Sollte der Hersteller der Software diese bei Microsoft als inkompatibel gemeldet und auf eine Blacklist eingetragen haben, so wird diese bei dem Upgrade deinstalliert. Deshalb ist es besser die Software vorher zu aktualisieren.

Firmware Upgrades

Wenn Firmware Upgrades notwendig oder sinnvoll sind, sollten diese auch vor dem eigentlichen Upgrade durchgeführt werden. Dabei sind die üblichen Vorbereitungen zu treffen.

Einspielen der aktuellen Windows Updates

Auch wenn ein In Place-Upgrade ansteht, sollten die normalen Windows Updates – soweit diese im Unternehmen freigegeben sind – installiert werden. Auch wenn er nicht angefordert wird, sollte hier sicherheitshalber ein Neustart erfolgen.

Festplattenbereinigung

Nicht nur um Platz zu schaffen, sondern auch zum Aufräumen sollte die Festplatte bereinigt werden. Wer noch mit drehenden Festplatten statt SSD arbeitet, sollte über Defragmentierung nachdenken. In diesem Fall vor und nach dem In Place-Upgrade.

Datensicherung

Schief gehen kann immer etwas. Deshalb sollte sichergestellt werden, dass alle relevanten Daten gesichert wurden. Speichern die Mitarbeiter ohnehin alles auf einem Server ist dies kein Problem.

Wartungsmodus für Sicherheitssysteme

Sicherheitssysteme wie Bit Locker sollten in den Wartungsmodus gesetzt werden oder ggf. vorübergehend deaktiviert werden. Ansonsten könnte es passieren, dass hier beim In Place-Upgrade Probleme auftreten.

Tipps für die Anwendungstests

Vor dem Ausrollen der Software sollten die Anwendungen getestet werden. Dafür ist es wichtig, dass es einen Anwendungsverantwortlichen gibt. Dieser stellt die Tests auf, oder entwickelt diese zusammen mit der IT. Diese Person sollte die Software auch final testen und freigeben. Dabei sollte es keine Rolle spielen, ob es sich um eine neue Version der Software oder eine neue Version des Betriebssystems handelt.

Wie wichtig das Festlegen eines Testprotokolls ist, möchte ich mit einem Praxisbeispiel verdeutlichen.

Hier die Testschritte, welche zur Prüfung eines PDF Readers bei einem Kunden durchgeführt wurden:

  • Programm öffnen
  • PDF Datei öffnen (beliebige)
  • Ausdrucken einer Seite
  • Programm beenden

Hier stellte sich dann heraus, dass wichtige Funktionen der Anwendung, die häufig genutzt wurden, nicht getestet wurden:

  • Formulare im PDF erstellen, inkl. Speichern
  • Dynamische Formulare, die sich je nach Befüllung ändern
  • Digitale Signaturen
  • Mailversand aus dem PDF

Wenn diese Funktionen geschäftskritisch sind, sieht man das Risiko.

Das Gute ist, es gibt Synergieeffekte, wenn man den Test richtig definiert hat. Dieses Testprotokoll kann auch genutzt werden, um Regelwerke zu erstellen, die Anwendungen und Lösungen prüfen wie:

  • Windows Defender Application Guard
  • AppLocker
  • Device Guard

Auch können genauere Testanweisungen genutzt werden um Integrationstests zu automatisieren, oder diese von den IT-Experten an weniger qualifizierte Mitarbeiter abzugeben.

Möglichkeiten ein In Place-Upgrade durchzuführen

Jetzt ist alles vorbereitet – aber wie rollen wir das jetzt aus? Es gibt mehrere Möglichkeiten. Zwei möchte ich gerne näher beleuchten.

In Place-Upgrade mit Windows Server Update Service (WSUS)

Der „klassische Weg“ für viele kleinere Firmen ist der WSUS. Hier wird das Upgrade genauso freigegeben wie ein normales Update. Dies gilt für alle Vor- und Nachteile. Der große Vorteil ist, es wird keine zusätzliche Infrastruktur benötigt. Der Nachteil ist, dass die Ausführung des Upgrades nicht genau gesteuert werden kann und teilweise vom Benutzer abhängig ist. Auch ist es aufwändiger vorher die Vorbereitungen durchzuführen und vor dem Update zu prüfen.

In Place-Upgrade mit MDT / SCCM

Ein anderer Ansatz ist, das Upgrade mit einer Task-Sequenz über das Microsoft Deployment Toolkit (MDT) oder den System Center Configuration Manager (SCCM) durchzuführen. Hier können erforderliche Schritte auch in die Tasksequenz integriert werden, oder als Pakete vorab verteilt werden. Je nach Konfiguration sind auch Self-Service Szenarien, bei denen der Anwender sich seinen Termin selbst aussucht, denkbar. Hinzukommt eine genauere Steuerung und Kontrolle der Migration. Die Nachteile sind klar: Ich benötige die entsprechende Infrastruktur.

Weitere Möglichkeiten

Neben der Methode das In Place-Upgrade von Hand zu starten, die ich der Vollständigkeit halber erwähne, gibt es noch andere Möglichkeiten. Diverse Drittanbieter von Software- und Geräteverwaltungslösungen bieten für dieses Szenario ebenfalls entsprechende Lösungen.

Wenn es keine passende Lösung im Unternehmen gibt, empfehle ich immer einen Blick auf das Microsoft Deployment Toolkit (MDT). Das MDT selbst ist kostenfrei und benötigt lediglich Windows Volumenlizenzen für die Benutzung.

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