Wie sich die Arbeitswelt 2030 von heute unterscheidet

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Dampfgetriebene Maschinen revolutionierten gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Arbeitswelt zuerst in England, dann im Rest der Welt. Es begann das Zeitalter der Industrialisierung: Die wirtschaftliche Produktion stieg sprunghaft, die maschinelle Fertigung von Gütern verdrängte herkömmliche Arbeitsweisen, und die Menschen mussten sich radikal umstellen. In der Folge dieser Entwicklung entstanden völlig neue Berufsbilder und damit auch ganz neue Chancen und Möglichkeiten.

Heute stecken wir mit der Digitalen Transformation wieder mittendrin in einer vergleichbar disruptiven Entwicklung, die geprägt ist von einer umfassenden Digitalisierung von Organisationen, Strukturen und Prozessen, der kompletten Vernetzung und dem Einsatz neuer Technologien wie Data Analytics, Machine Learning und Künstlicher Intelligenz. Diese Digitale Transformation beschreibt weit mehr als nur einen technologischen Fortschritt – vielmehr wird sie die Art und Weise, wie wir heute leben und arbeiten, vollständig und allumfassend verändern. Nicht umsonst spricht man auch von der 4. Industriellen Revolution.

Eine der Kernfragen, die sich dabei stellt, ist, ob uns Künstliche Intelligenz künftig die Jobs streitig macht und ihr Einsatz dazu führt, dass kommende Generationen irgendwann ohne Arbeit dastehen. Wohin also geht die Reise? Was erwartet die jungen Menschen, die demnächst ins Arbeitsleben einsteigen – und was erwarten sie selbst von ihrer beruflichen Zukunft? Welche Fähigkeiten werden künftig gebraucht und welche werden stattdessen obsolet?

Um mehr darüber zu erfahren, haben wir deutsche Schüler und Studenten zu ihren Wünschen und Vorstellungen befragt. Die sogenannte Generation Z, geboren ab Mitte der 90er-Jahre, ist mit Smartphones, Apps und Sozialen Medien aufgewachsen, sie ist technikverliebt und weiß sie zu nutzen. Der Studie zufolge wollen 75 Prozent an ihrem Arbeitsplatz mit den allerneuesten Technologien arbeiten, ein Drittel kann sich sogar vorstellen, Karriere im IT-Bereich zu machen. Ängste gegenüber Künstlicher Intelligenz oder Robotern kennt diese Generation im Allgemeinen nicht. Im Gegenteil: Die Jungen glauben an eine partnerschaftliche Zusammenarbeit von Mensch und Maschine.

Für manchen mag diese Vorstellung auf den ersten Blick eher bedrohlich erscheinen. Immerhin übernehmen Maschinen schon heute auch sehr anspruchsvolle Aufgaben, die wir bis vor kurzem nur dem Menschen zugetraut haben. Ein Grund zur Sorge besteht meiner festen Überzeugung nach aber nicht. Denn während auf der einen Seite Maschinen bereits komplette Berufsfelder abdecken, werden auf der anderen Seite völlig neue Tätigkeitsbereiche und Berufe entstehen – und zwar in erheblichem Maße. Eine weitere von Dell Technologies gemeinsam mit dem Institute for the Future (IFTF) durchgeführte Studie unter dem Namen „Realizing 2030“ stützt diese Erwartung, sagt sie doch voraus, dass 85 Prozent aller Jobs im Jahre 2030 heute noch gar nicht „erfunden“ sind. Das zeigt: Wir stehen nicht – wie immer wieder befürchtet – vor einer großen Massenarbeitslosigkeit, sondern vor einem disruptiven Wandel der Arbeitswelt, in der die Menschen ihnen heute noch völlig unbekannte Aufgaben übernehmen werden.

Bei diesem Wandel, der übrigens bereits im vollen Gange ist, übernimmt die IT-Branche naturgemäß eine Vorreiter-Rolle. Zu den wichtigsten Treibern für neue Jobs in der IT zählen die bereits erwähnten Technologien Virtual und Augmented Reality, das Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz oder aber die Robotik, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Wer sich mit IT-Sicherheit auskennt, Cloud-Architekturen entwerfen oder Daten analysieren kann, gehört schon heute zu den Gewinnern auf dem IT-Arbeitsmarkt. Die Branche sucht händeringend nach Nachwuchs, denn die Digitalisierung hat längst jedes Unternehmen in irgendeiner Form erreicht.

Wo genau die große Disruption der Arbeitswelt ansetzt und wie sie sich fortsetzen wird, lässt sich allerdings noch nicht sicher sagen. Was wir sicher wissen: Mit der Industrie 4.0. wird die Veränderungsgeschwindigkeit noch einmal um ein Vielfaches zulegen. Wir selbst bestimmen aber, ob sich der technologische Fortschritt positiv auf unsere Arbeitswelt auswirkt oder nicht. Wer flexibel und vor allem offen für Neues bleibt und sich den Spaß am Lernen erhält, bleibt auch morgen auf dem Arbeitsmarkt gefragt. Somit ist die Digitale Transformation alles andere als eine Bedrohung, sondern vielmehr eine Quelle bislang ungeahnter Möglichkeiten. Davon bin ich überzeugt und freue mich auf die Arbeitswelt 2030!

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